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Allgemeines:
Im Bereich der Sportfotografie gibt
es grundsätzlich zwei verschiedene Tätigkeitsbereiche – die Indoor-
und die Outdoorsportveranstaltung. Wie man sich schon denken kann,
sind die beiden aufgrund der unterschiedlichen Helligkeiten vor Ort
differenziert zu betrachten. Dieses ist kein Anleitung für perfekte
Sportfotos, sondern nur eine Zusammenfassung von Erfahrungen die ich
in den letzten Jahren in der Sportfotografie gesammelt habe. Die
meisten Aussagen und Beispiele beziehen sich auf die Sportart
Leichtathletik, da ich dort zu Hause bin. Die Aussagen lassen sich
aber auch problemlos auf andere Sportarten übertragen.
Hallensport:
Wer schon einmal eine
Indoor-Sportveranstaltung als Zuschauer ohne Kamera besucht hat,
wird zunächst, rein subjektiv betrachtet, meinen, dass der
Helligkeitsunterschied zum Outdoorsport nicht so groß ist, da auch
Sporthallen gut ausgeleuchtet sind. Doch aus eigener Erfahrung kann
ich berichten, dass die Helligkeitsunterschied von Tageslicht und
von gut ausgeleuchteten Hallen immens hoch ist. Einen Vorteil hat
das Hallenlicht allerdings – die Helligkeitsverteilung ist
wesentlich gleichmäßiger als draußen. Daraus ergibt sich auch
schon ein Problem für die Fotografie in Sporthallen – entweder man
muss lichtstarke und damit teure Objektive einsetzten, oder man
kommt um den Einsatz eines Blitzgerätes nicht herum. Beides hat so
eine Vor- und Nachteile.
Nachteile mit Blitz:
- Die
Serienbildgeschwindigkeit nimmt ab, da der Blitz nachladen muss,
bevor er wieder ausgelöst werden muss.
- Das Blitzlicht ist
relativ hart und man sieht es dem Foto trotz Weißabgleich –
Blitz an. Außerdem bekommt das Foto
oft
Schlagschatten.
- Bei vielen Sportarten
ist der Einsatz verboten oder nicht zu empfehlen, da er die
Athleten stört. Gerade jüngere
Athleten werden
oft durch den Blitzeinsatz in Ihrer Konzentration gestört.
Nachteile ohne Blitz
- Kauf von teuren
Objektiven nötig.
- Hohe ISO-Werte nötig
und damit verbundenes Bildrauschen.
- Kurze
Belichtungszeiten zum einfrieren sind oft nicht möglich.
Meine Indoor-Sportfotos
sind zu 90 % ohne den Einsatz des Blitzes entstanden, da ich auf den
Blitzeinsatz bewusst verzichtet und mir ein paar lichtstarke
Objektive zugelegt habe:
Hier einige
Objektivempfehlungen für Hallensportfotos mit ungefähren
Preisangaben:
Canon 1,8/85
(400 €)
Canon 2,0/135
L (1000 €)
Canon 2,8/24-70 L (1300
€)
Canon 2,8/70-200 L IS
(1900 €)
Canon 1,8/200 L IS (nur
noch gebraucht erhältlich)
Wie ihr sicher bemerkt
habt, sind alle Objektive von Canon. Natürlich gibt es auch
lichtstarke Alternativen von Sigma, aber aufgrund der hohen
Serienstreuung von Sigmaobjektiven und aufgrund von Problemen mit
langsameren AF und der Kommunikation von Objektiv und Kamera werde
ich keine Sigmaobjektive mehr einsetzen und dementsprechend auch
nicht empfehlen.
Doch nun zum fotografieren
selber – aufgrund der Tatsache, dass die Hallen meist sehr
gleichmäßig ausgeleuchtet sind, empfiehlt sich hier der Einsatz des
„M“-Modus, d.h. man stellt Belichtungszeit und Blende manuell ein.
Hierbei wird man für die Blende einen möglichst kleinen Blendenwert
wählen müssen (Offenblende oder um 1-2 Drittelstufen abgeblendet –
je nach Tiefenschärfe und Objektivqualität). Den ISO-Wert sollte man
so wählen, dass das Rauschen noch einigermaßen erträglich ist und
dadurch nicht allzu viele Details verloren gehen. Bei modernern
Kameras lässt sich aber ISO 1600 noch ohne Probleme verwenden. Der
letzte noch einzustellende Wert ist die Belichtungszeit. Hier kann
man ein paar Testfotos schießen, nachdem man ja Blende und ISO-Wert
gewählt hat. Die Belichtungszeit sollte aber mindestens noch 1/320s
besser 1/500s betragen, da man ansonsten zu viele
Bewegungsunschärfen bekommt. Ist das Bild selbst bei einer
Belichtungszeit von 1/320s noch zu dunkel muss man abwägen, ob man
den ISO-Wert noch höher setzt, bei Offenblende arbeitet oder doch
den Blitz einsetzt, um ein einigermaßen scharfes und gut belichtetes
Foto zu bekommen. Hier ist natürlich auch darauf zu achten, den
korrekten Weißabgleich einzustellen, will man sich nicht auf die
Automatik verlassen. Dieses ist gar nicht so einfach, da es sich in
Sporthallen meistens um Mischlicht aus Sonnenlicht und
Deckenbeleuchtung handelt, so dass ich meist mir einen weißen Fleck
suche, diesen fotografiere und dann die Kelvinzahl manuell
einstelle, so dass der Fleck auch auf dem Kameradisplay weiß
erscheint.
Freiluftsport:
Aufgrund des Vorhandenseins
von ausreichend Licht lässt sich hier nahezu die kompletten
Objektivpalette einsetzten – je nach Verwendungszweck bzw. Motiv und
je nach dem, wie nah man an das Geschehen herankommt. Beim Fußball
z.B. wo man sich nur außerhalb des Spielfeldes aufhalten darf,
braucht man aufgrund Spielfeldgröße Objektive mit mindestens 300mm
Brennweite. Diese sind dann oft auch sehr lichtstark, was zu schönen
Freistellungen der Sportler führt. Bei kleineren
Leichtathletiksportfesten, bei denen man auch ohne Akkreditierung in
den Innenraum wie z.B. die Weitsprunggrube darf, reichen daher auch
Objektive mit weniger Brennweite. Aber auch hier gilt natürlich je
größer die Blendenöffnung ist, desto schöner Stellen sie die
Sportler frei. Für eine Nahaufnahme oder eine Mitzieher lässt sich
tatsächlich so ziemlich jedes Objektiv einsetzen, während für
freigestellte Fotos Objektive am besten geeignet sind, je
lichtstärker sie sind bzw. je mehr Brennweite sie haben. Gerade im
Sommer bei konstantem Sonnenlicht lassen sich hier schöne Fotos
machen, da man mit Belichtungszeiten von 1/2000s und kürzer alle
Bewegungen wunderbar einfrieren kann. Daher kann man dann auch hier
relativ einfach im „M-Modus“ fotografieren. Auch hier empfiehlt es
sich, vorher ein paar Testfotos zu machen. Schwieriger wird es da
schon bei wechselhaftem Wetter mit Sonnenschein und bewölktem
Himmel. In diesem Fall wähle ich den „AV-Modus“. Bei den modernen
Kameras ist die Belichtungsautomatik mittlerweile relativ
zuverlässig und mit den Ausreißern muss man halt leben. Bei
wechselndem Wetter ist ebenfalls der Weißabgleich zu beachten. Ist
der bei dauerhaften Sonnenlicht unproblematisch ist auch dieser bei
wechselndem Licht ständig umzuschalten, will man sich nicht auf
einen automatischen Weißabgleich verlassen.
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