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Praxisbericht Manfrotto Telebügel 393

Wer kennt ihn nicht den großen undurchsichtigen Dschungel von 2- und 3-Wege-Neiger, Kugelköpfen, Schnellkupplungen usw. Das Angebot ist riesig und man weiß gar nicht, was man so genau kaufen soll. Auch ich stand vor so einer Kaufentscheidung – ich wollte einen Kopf für meine 1D Mark III und einem 4,0/400 DO, der aber auch mal in Zukunft für ein 500er reichen soll. Da ich gerne Tierfotos und hier vor allem Flugaufnahmen machen wollte, sollte es ein Kopf sein, bei dem man ohne großen Aufwand das Objektiv schwenken kann. Bei meiner Suche im Internet stieß ich relativ schnell auf zwei Traumköpfe – dem Nillkopf von Dietmar Nill und dem Wimberley Head aus Amerika. Beide sind geniale Konstruktionen bei denen sich das Objektive jederzeit schwenken lässt, ohne das man erst eine Arretierung lösen muss – also ideal für meine Belange, gerade bei der Wildlifefotografie, in der man meist nicht besonders viel Zeit für eine Aufnahme hat. Aber sie haben auch einen großen Nachteil – sie kosten beide über 600 € und dazu kommt dann noch eine Schnellwechselplatte. Bei meiner Recherche über die beiden Produkte stieß ich dann in einem Forum noch auf einen anderen Kopf – den Telebügel 393 von Manfrotto. Also schnell auf die Seite von Manfrotto und unter Stativköpfen geguckt – Fehlanzeige. Erst über die Suchfunktion ließ sich der Telebügel auf der Manfrottoseite finden. Auch bei Bogen Imaging – dem deutschen Manfrotto Distributor findet man ihn nur schwer und zwar unter Zubehör für Einbeinstative!! Von der Konstruktion her ist er dem Nill-Kopf sehr ähnlich. Optisch ist er zwar nicht ganz so schön wie der Nill-Kopf – er ist mehr einfach gehalten, aber sein großer Vorteil liegt im Preis: Er kostet lediglich 170 €. Für jemanden wie mich, der erst einmal in die Wildlifefotografie reinschnuppern wollte also genau das richtige. Auch das Zubehör ist klasse. Im Lieferumfang sind nämlich neben dem Telebügel noch eine große Wechselplatte und jeweils 2 x 1/4 und 3/8-Zoll-Befestigungsschrauben für das Objektiv.

Auch im Praxiseinsatz hat sich der Telebügel mittlerweile bewährt. Einmal richtig eingerichtet, ist das Objektive ausbalanciert und lässt sich ohne große Anstrengungen in alle Richtungen schwenken. Und das Gute dabei ist, man muss dafür keine Schraube lösen. Auch von der Stabilität her lässt der Telebügel keine Wünsche offen. Alles in allem also ein toller Kopf für lange Brennweiten im Wildlifeeinsatz und das für gerade einmal 170 €.

 

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© by Tom Finke 2009